kreuz und kapitalismus
Arbeit
workhard
Montag, 20.01.2014 13:34
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2.Um auf dem Markt sich durchzusetzen und zu bestehen: Muss man "Selbst-los" werden, d.h. ohne ausgeprägtes Selbst sich präsentieren, im letzten: Ohne ein eigenes selbst sein, d.h. totale Flexibilität ist oberstes Gebot. Bindungen an Familie, Heimat usw. spielen keine Rolle; es gilt, dort hin zu gehen, wo es (noch) Arbeit gibt. Dies wird von- seiten der Eigentümer an Produktionsmitteln allen Arbeitern wie ein Dogma eingehämmert, also den Menschen, die nur ihre Arbeitskraft auf den Markt werfen können. Diese Entwicklung kann man eine neue Form der "Selbst-Verlorenheit" nennen. Alle Empfehlungen "Sei du selbst" haben deswegen in der kapitalistischen Ökonomie einen schweren Stand; manche sprechen von einem illusorischen Charakter. "Sei du selbst" das weckt Hoffnungen, die kaum zu erfüllen sind.

3. Es wird die unbefragte, wie ein Dogma verbreitete Lehre gelehrt. Arbeit ist das wichtigste im Leben. Freie Zeit hat nur Sinn, wenn sie für die Arbeit wieder fit macht. Arbeit ist der absolute Wert, dem sich jeder unterwerfen soll:selbst die ausgedehnte Waffenproduktion und Waffenhandel (selbst mit blutigsten Diktatoren in der arabischen Welt) schaffe Arbeitsplätze.

Das Motto ist: Irgendeine Arbeit ist besser als gar keine Arbeit. Das Credo besonders von Parteien, die sich nicht genieren, das C, also das Christliche, in ihrem Namen zu führen. Die absolute Hochschätzung der Arbeit ist DAS Dogma des Kapitalismus, das zudem "alternativlos" genannt wird.

Es gibt zu Kapitalismus keine Alternative wird eingeredet, so wie es eigentlich zum Bezogensein auf eine göttliche, transzendente Wirklichkeit keine Alternative gibt; entweder man ist gläubig und bejaht Gott oder man ist ungläubig und setzt sich negierend vom Bezogensein auf ihm ab. Immer aber bleiben alle auf ihn bezogen, auf den Kapitalismus oder auf Gott.

4. Alles wird der Verwertung unterworfen; auch die Menschen werden als Gegenstände taxiert und nach ökonomischen Einstellungen geberaucht/missbraucht. Der umsichgreifende und lukrative Menschenhandel ist nur die Spitze des Eisberges. (Jährlich werden im Windschatten der Globalisierung mehr als 2,5 Millionen Menschen wie Waren gehandelt,müssen die schlimmsten Formen wirtschaftlicher Ausbeutung erfahren und brutalste Verletzungen iher Menschenrechte hinnehmen. Die Gewinne aus dem Menschenhandel werden weltweit auf 32 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. Damit verbreitet sich eine unbefragte Mentalität: Es gibt wertvolle (d.h. ökonomisch relevante Menschen) und unwichtige Menschen. Wer nichts gilt, das sind etwa die alten Menschen, die Kranken und Behinderten, die Roma und Sinti, die (allein erziehenden)Frauen oder die Flüchtlinge, indische Computerspezialisten sind begehrt, weil sie unser Wachstum fördern. Man kann sie ja nach erbrachter Leistung wieder rausschmeißen.

5. Die Philosophin Hanah Arend hat darauf hingewiesen, dass Menschen, die von der Geselllschaft als "Überflüssige" ausgegrenzt werden, tendenziell zu totalitären Haltungen neigen, wobei die Ausgrenzung selbst schon totalitär, faschistisch ist.